Korma Palau

24.03.2017

Junge Flüchtlinge verwöhnen die Ministerin mit afghanischer Spezialität

Noch ohne zu ahnen, was auf sie zukommen würde, meldeten sich 10 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge der iuvo in den Sommerferien zum Kochkurs an. Eins hatten die Jungs aus Afghanistan, Syrien, Irak, Eritrea und Albanien gemeinsam: Sie wollten ihr Können am Herd verbessern.

Die Fähigkeiten, die die Jugendlichen mitbrachten, waren sehr unterschiedlich. Der eine hatte noch nie einen deutschen Herd bedient. Der nächste wusste noch nicht  wie er im Supermarkt günstige Produkte ausfindig machen kann. Ein anderer kochte schon virtuos und hat einfach Spaß daran, die Palette der möglichen Gerichte zu erweitern.

Im Laufe des Kurses konnte jeder der Jungs etwas dazu lernen. Zunächst trafen sich jeweils zwei Jugendliche mit der Kursleiterin zum Einkaufen. Gemeinsam erkundeten sie das Angebot im deutschen Supermarkt, verglichen Preise und kauften für das Gericht des Abends ein. Ganz nebenbei lernten sie dabei, mit dem zur Verfügung stehenden Budget hauszuhalten. Schließlich müssen die Jugendlichen lernen, selbstständig auch mit einem begrenzten finanziellen Budget leben zu können.

Ran an die Teller

Dann ging es mit allen Teilnehmern und den vielfältigen Zutaten los an den Herd. Gemeinsam wurde geschnippelt, gerührt, geschmort und gebacken. Auf dem Speiseplan standen deutsche Gerichte wie Currywurst oder Frikadellen mit Kartoffelpüree. Ganz nebenbei lernten die Jugendlichen so mehr über die deutsche Kultur. Aber auch ihr eigenes Knowhow war gefragt. Gemeinsam bereiteten die Jungs Gerichte aus Italien, Amerika, Albanien und Afghanistan zu und tauschten sich dabei über ihre Kulturen aus.

Mit Begriffen wie Kartoffelschäler, Bratpfanne und Nudelauflauf peppten die Jugendlichen außerdem ihre praktischen Deutschkenntnisse auf. Gerade in den Sommerferien  ohne Schule kann schon einmal die Langeweile aufkommen. Dann nehmen die Jungs jede Gelegenheit zum Deutschlernen dankbar an.

Beim anschließenden gemeinsamen Essen genossen die jungen Köche ihre Kreationen. Es schmeckte so gut, dass die Jugendlichen vor Stolz am liebsten noch alle ihre Freunde eingeladen hätten.

Hoher Besuch krönt das Projekt

Den Höhepunkt des Kurses bildete der überraschende Besuch der Bildungsministerin Britta Ernst. Als Schirmherrin des Kurses, wollte sie sich vor Ort ein Bild machen. Die Jugendlichen hatten für sie „Korma Palau“ zubereitet – eine afghanische Spezialität aus geschmortem Lammfleisch in Tomatensoße auf Reis und Spinat mit Pommes. Die Ministerin kam aus dem Schwärmen kaum noch heraus. So gut hatte sie lang nicht gespeist.

Am Ende des Kurses standen 10 begeisterte Hobbyköche, die neben neuen Fähigkeiten in der Küche und beim Haushalten auch ihre Deutschkenntnisse verbessert hatten. Und wieder war ein weiterer Schritt zur Integration in Deutschland geschafft.

 

Katharina Sachau-Knopp und  Hanna Brier

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